Wie kann man zu hohe Ansprüche an uns selbst überwinden und glücklicher werden?

Thaís Afonso
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01.04.2022 | Freitag | 17:10 Uhr

Was sind zu hohe Ansprüche an uns selbst?

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie oft wir uns für Dinge verantwortlich machen, die nicht unbedingt in unserer eigenen Verantwortung liegen, oder für Faktoren, die nicht direkt von unseren Handlungen selbst abhängen, die aber dennoch unsere Seele quälen und unserem Leben schaden?

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Es sind gesellschaftliche Normen und Erwartungen, die oft nicht von uns geschaffen wurden, sondern wir verlangen von uns selbst, diese zu erfüllen, und wir verstärken so den Leistungsdruck, der uns mit unnötigen Ängsten überfrachtet und für uns schädlich ist.

Jesus hat uns in seiner unendlichen Barmherzigkeit darauf aufmerksam gemacht, als er in seinem heiligen Evangelium nach Matthäus 6:34 sagte:

Sorgt euch nicht um den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird seine Sorgen bringen. Jeder Tag ist an sich schon schwierig genug.

Wir sind umgeben von irrigen Beispielen, wie man erfolgreich sein kann, die sich aber allein auf wirtschaftliche und geschäftliche Ziele konzentrieren und die Werte unseres Geistes ganz außer Acht lassen. Sie lenken uns daher von unserem Seelenfrieden und unserem Urteilsvermögen bei den Entscheidungen ab, die wir zu treffen haben.

Es sind Zwänge, die uns sagen, wie unser Körper aussehen soll, wie wir uns kleiden und verhalten sollen, welche Leistungen wir im Beruf, in der Ausbildung, im Haushalt, in der Beziehung und in anderen Bereichen erbringen sollen, ohne unsere Einzigartigkeit und unsere von Gott gegebenen Fähigkeiten zu berücksichtigen.

Und trotzdem ist es für unsere Entwicklung als unsterbliche Seelen, als ewige Geister, die wir alle sind, zutiefst schädlich, wenn wir unser Leben unter dem Einfluss dieser äußeren Zwänge gestalten, die uns dazu verleiten, zu hohe Ansprüche an uns selbst zu stellen.

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R.Bénédite de La Roncière (A vida de Jesus Mafa-Camarões)

In der Heiligen Schrift finden wir eine Geschichte, in der wir uns wiedererkennen können. Es handelt sich um jene berühmte Passage, in der Jesus das Verhalten von Martha und Maria betrachtet (Heiliges Evangelium nach Lukas, 10:38-42) und aus der wir eine grundlegende Lehre ziehen können:

38 „Als sie aber weiterzogen, kam er in ein Dorf. Da war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf.

39 Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu.

40 Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihnen zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester lässt allein dienen? Sage ihr doch, dass sie mir helfen soll!

41 Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe.

42 Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden.“

Wir sehen in dieser Lehre, dass Jesus die Bedeutung von häuslicher Hygiene und Pflege nicht negativ bewertet, aber Er warnt uns vor den Prioritäten, die wir in unserem Leben setzen, und davor, dass die Selbstüberforderung, die sich nur auf materielle Dinge bezieht, dazu führt, dass wir mit übermäßigem Unbehagen und Sorge handeln.

Und dies hält uns nun davon ab, den „besseren Teil“ wahrzunehmen, die Möglichkeiten, die Christus uns mit auf den Weg gibt, damit wir durch die Liebe und durch ein brüderliches Zusammenleben mit unseren Mitmenschen bei Ihm sein können.

Martha war unaufmerksam gewesen. So wie auch wir es oft sind, wenn wir zulassen, dass so viele gesellschaftliche Zwänge uns überwältigen und uns von dem ablenken, was wirklich wichtig ist: uns Jesus zu Füßen zu werfen, auf Seine kostbaren Lehren zu hören und nach ihnen zu handeln.

Der Pragmatismus des Guten, den Maria an den Tag legte, führte sie zu den größten Errungenschaften, da sie zu unterscheiden wusste, was das Wichtigere war, unabhängig davon, was andere über sie sagen würden.

Der Prediger und Vorsitzende der Religion Gottes, Christi und des Heiligen Geistes, José de Paiva Netto, verdeutlicht uns den Wert dieser Entscheidung, wenn er sagt:

Was unser Schicksal bestimmt, ist nicht der Wille der anderen. Es ist unsere eigene Entscheidung in Jesus Christus! Deshalb sollten wir uns keine Sorgen um die Zukunft machen. Es ist aber auch wichtig, dass wir selbst unseren Teil dazu beitragen, und zwar mit all unseren Kräften, so wie Jesus uns rät, wenn Er sagt, dass wir beten und wachen (arbeiten) sollen.

Wir wissen, dass es heute angesichts unseres hektischen Lebens nicht immer einfach ist, unsere Zeit gut einzuteilen und bei jeder Entscheidung auf die geistige Sicherheit zu achten, die diese uns verleiht.

Nimmt man noch die Herausforderungen durch die Pandemie hinzu, so stellt man in der Tat fest, dass die Zeit immer schneller vergeht und es scheint, dass es immer schwieriger wird, alle unsere Aufgaben zu schaffen. Es gibt jedoch keinen Grund zum Aufgeben und noch weniger zum Verzweifeln.

Jesus verlangt von uns keine Vollkommenheit, aber Er bietet uns die Möglichkeit der spirituellen Umerziehung, damit wir jene übertriebenen Ansprüche an uns selbst überwinden können.

Von den vielen Lektionen, die Er uns erteilt hat, wollen wir uns auf diese fünf beschränken und darüber reflektieren:

- Die erste davon ist das Gebet. Jesus hat gebetet und uns gelehrt, wie wir beten sollen. In jedweder Situation können wir unsere Gedanken zu Christus erheben und Seine unerschütterliche Unterstützung erflehen. Dies wird uns die notwendige Gelassenheit geben, die verschiedenen Umstände, die uns umgeben, richtig beurteilen zu können.

- Die zweite Möglichkeit ist, um Hilfe zu bitten. Mehrere Bibelstellen berichten, wie Jesus die Hilfesuchenden unterstützt hat. Er schätzt unsere Bereitschaft, angesichts von Schwierigkeiten Hilfe zu suchen.

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- Drittens müssen wir uns daran erinnern, dass wir nicht allein sind. Wir können uns immer auf Ihn verlassen und finden auch in unserer Umgebung Menschen, die uns helfen können. Jesus, der Meister aller Meister, zählte auf die Unterstützung seiner Jünger für das Werk der Erlösung der Seelen. Auch wir können einige Aufgaben delegieren und auf die Fähigkeit anderer Menschen vertrauen, diese zu erledigen.

- Die vierte Möglichkeit ist, keine Schuldgefühle zu hegen. Schuldgefühle halten uns in Gewissensbissen und Schmerz gefangen. Sie helfen uns nicht dabei, zu besseren Menschen zu werden. Die Reue hingegen drängt uns dazu, nach vorne zu schreiten und zu versuchen, die Schuldgefühle zu überwinden.

Jesus sagte, Er sei für uns gekommen, die wir mit Fehlern behaftet sind, Er sei gekommen, um „die Sünder (d. h. diejenigen, die Fehler machen) zur Umkehr zu rufen“ (Lukasevangelium, 5:32). Der himmlische Erzieher ist nicht gekommen, um zu richten, sondern um uns die Möglichkeit zu geben, uns angesichts unserer Fehler zu läutern, denn er wünscht sich unseren Sieg.

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- Und schließlich möchten wir darauf hinweisen, dass wir nicht nach den Erwartungen anderer Menschen handeln sollten, sondern nach unserem eigenen Gewissen in Gott. Die Grundlage des Verhaltens Christi ist die Liebe seines Neuen Gebots – Liebt einander, wie ich euch geliebt habe. Nur so werdet ihr als meine Jünger erkannt werden (Evangelium nach Johannes, 13,34 und 35).

Er hat uns gelehrt, dass es unabhängig davon, wie schwierig die Umstände sind und wie groß das Leid ist, nur einen Weg gibt, uns von den Gewohnheiten zu befreien und angesichts unseres spirituellen Ursprungs richtig zu handeln,, nämlich zu versuchen, Seine Göttliche Solidarische Liebe als Grundlage für unsere Entscheidungen anzunehmen.

Wie Bruder Paiva uns daran erinnert, sollten wir uns vor jeder anstehenden Entscheidung fragen: „Was würde Jesus tun, wenn Er an meiner Stelle wäre?

Spezielle Hinweise!

So viele weitere Lektionen Christi helfen uns dabei, übermäßige Ansprüche an uns selbst zu überwinden und spirituelle Weisheit zu erlangen, um glücklicher zu leben. Wir werden für Sie einige Artikel auflisten, die Ihnen dabei helfen sollen, Ihre Reise in die Selbsterkenntnis zu vertiefen und zu erfahren, wie die Ökumenische Spiritualität bei der Bewältigung der täglichen Herausforderungen hilft:

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